Viva Las Vegas !
Die Stadt der Sünde begrüßte uns bei blauem Himmel und Sonnenschein. Wir kamen ca. 14 Uhr an. Die Stadt scheint zu dieser Zeit noch zu schlafen, weil man weder von den zahlreichen Leuchtreklamen geblendet wird noch überfüllte Fußwege vorfindet. Generell ist von Montag bis Donnerstag nicht so viel los (die Stadt ist trotzdem sehr gut besucht) wie am Wochenende. Deutlich merkt man das daran, dass wir unser Zimmer im 4 Sterne Hotel „Rio“ für 35$ !!! die Nacht bekommen haben. Am Wochenende zahlt man dafür schnell das vierfache. Das Hotel war im Übrigen Austragungsort der WSOP 2011.
Das Hotel bestand aus 2 Gebäuden, die insgesamt 2500 Zimmer besaßen. Zwischen den Gebäuden lag die Poolanlage bestehend aus 3 großen Becken mit den Wassertemperaturen pisswarm, warm und angenehm kühl sowie mehreren Hot Tubs. Nach den Strapazen des Vortages konnten wir uns erst mal entspannen und Kraft für den Abend tanken.
Wie bei wahrscheinlich jedem Hotel in Las Vegas befand sich im Erdgeschoss des „Rio“ ein Casino mit zahlreichen Spielautomaten und Spieltischen. Das schöne bei den Hotels ist, dass man, um zu seinen Zimmern zu gelangen immer einmal durch das Casino durchlaufen muss und am besten gleich etwas Geld dort lässt (In Las Vegas kann man immer und überall „Geld lassen“. Überall stehen Geldautomaten und genauso kann man überall Geld für alles mögliche ausgeben.). Nach dem Baden sind Kai und ich mal kurz runter und hatten jeder 20$ dabei. Weil ich den Automaten nicht traue, kam für uns nur das klassische Roulette am Tisch in Frage. Dummerweise beträgt dort der Mindesteinsatz 10$. Es kam mir schon etwas komisch vor, als wir mit unseren 2 kleinen Chips Stapeln neben den Leuten mit viel mehr Chips am Tisch saßen. Aber für den Croupier war es kein Problem. Das Ende vom Lied war natürlich, dass wir beide alles verloren haben, obwohl ich kurzzeitig 10$ im Plus war. Zur gleichen Zeit wurde ein Film oder eine Serie in unserem Casino gedreht. Für die Film Crew wurde ein Teil des Casinos abgesperrt. Allerdings durfte man ohne Probleme am Set vorbeilaufen und hatte eine kleine Chance im Hintergrund in einer der Szenen aufzutauchen. Die Szenen, die wir gesehen haben, waren sehr kurz, wurden aber lange vorbereitet. Da sieht man mal, welcher Aufwand mittlerweile für so kleine Aufnahmen betrieben wird.
Nachdem wir die statistische Tatsache, dass die Bank immer gewinnt, bestätigt haben, ging es los die Stadt bei Nacht zu besichtigen. Dazu fuhren wir zunächst zum MGM, einem der ersten und größten Hotels/Casinos. Dort stiegen wir in die Monorail, einer alten Magnetschwebebahn, dem schnellsten Fortbewegungsmittel durch die Innenstadt, und fuhren zum Stratosphere Tower. Auf diesem Fernsehturm befinden sich sowohl eine Aussichtsplattform mit wunderschönem Blick über Las Vegas, sowie mehrere Adrenalin ausschüttende Attraktionen. Mit einem Kombiticket konnten wir bei Insanity, X-Scream und Big Shot mitfahren und uns über ein unvergleichliches Erlebnis freuen. In 330m Höhe fuhren wir im Karussell über dem Abgrund, rasten auf einer Wippe dem Erdboden entgegen und stoppten nur kurz vor dem Ende der Wippe und wurden bei einem Freier Fall Turm in die Höhe geschossen. Für sich alleine klingen diese Attraktionen nicht spektakulär. Auf 330m Höhe steigt der Adrenalinfaktor aber um ein Vielfaches und ich habe jetzt noch das „Oh Gott“ von Kai in den Ohren. Sehr schön waren auch die Fotos, die bei jeder Fahrt geschossen worden. Hätten die nicht unverschämte 20$ gekostet, hätte ich mir einen Abzug vom Big Shot gekauft, in dem sich Kai mit Angst verzerrtem Gesicht festhält.
Wieder unten angekommen, sind wir den ganzen Weg zum MGM über den Strip zurückgelaufen. Der Strip ist die Straße in Las Vegas, in der alle berühmten Hotels und Party Locations liegen. Obwohl nur Montag war, war der Fußweg gut gefüllt. Überall leuchteten die Reklamen der Hotels, Mexikaner versuchten einen in die Stripclubs zu locken und es gab sehr schöne Shows (wie die Wassershow vorm Bellagio) zu sehen. Hotels wie das Venetian lassen sich nicht lumpen und bauen kurzerhand ihre Vorbilder originalgetreu nach. Die Außen- und Inneneinrichtungen sind sehr schick und prunkvoll und schön anzusehen. Wieder am MGM angekommen, sind wir zurück ins Rio gefahren und nach beinahe 6h ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen fuhren wir in Las Vegas zunächst durch ein starkes Unwetter Richtung Death Valley. Im heißesten National Park der USA gab es bei angenehmen 35 bis 40 °C interessante Felsfalten, einen großen Salzsee sowie schicke Farbspiele zu sehen. Wir hatten wirklich Glück, dass die Sonne von Wolken bedeckt war und wir so am Badwater Lake ca. 80m unter NN ein Stück laufen konnten. Bei Sonnenschein steigen die Temperaturen dort schnell auf 50°C. Ein anderer Tourist meinte, vor 10 Jahren hätte beim Badwater Lake, noch Wasser bis an die Straße gereicht. Jetzt ist nur noch eine große Salzfläche übrig. Leider gab es auch hier Idioten, die mit Kritzeleien die Natur verschandeln mussten. Trotz der Wolkendecke wurde der Aufenthalt im Freien nach einer Viertelstunde langsam unangenehm, sodass wir nicht lange im Freien blieben und schließlich Richtung Bishop weiterfuhren. Kurz vor Bishop passierten wir einen Rauchsäule, deren Ursprung ein wahrscheinlich ein Waldbrand war. Der Rauch war schon von weitem zu sehen und ich habe mindestens 3 Löschflugzeuge gezählt.
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