Nach 5400 km Luftlinie und 25 Tagen haben wir die USA ein mal durchquert und unser westlichstes Ziel erreicht. San Francisco, wie viele sagen die schönste Stadt der USA, wird im Osten vom Pazifik und im Westen von der San Francisco Bay umgeben. Die Stadt erreicht man von Süden, von Norden über die Golden Gate Bridge oder von Osten über die Bay Bridge. Obwohl im Sonnenstaat Kalifornien gelegen, wird das Klima in SFO vom Pazifik bestimmt. Es ist nicht ungewöhnlich innerhalb eines Tages mehrere Wechsel von Sonnenschein und Nebel zu erleben. Besonders letzterer setzt sich gerne bei den Aussichtspunkten über der Stadt fest.
Unsere Stadtbesichtigung begann mit der Golden Gate Bridge, das heißt wir wollten dort starten. Leider hatten wir einen nebligen Tag erwischt und die Brücke war vormittags komplett von Nebel umhüllt. Also fuhren wir nach Downtown, stellten das Auto ab und gingen zur Cabel Car Bahn. Diese historische Straßenbahn wird von einem Seil, was unter der Straße läuft, gezogen. Das Einhängen ins Seil und das Bremsen muss vom Bahnführer durch das Umlegen großer Hebel umgesetzt werden. Weil wir nicht die einzigen Passagiere waren, die mitfahren wollten, mussten wir uns erst mal eine halbe Stunde anstellen. Die Zeit wurde aber durch mehrere findige Straßenkünstler vertrieben, die direkt neben der Schlange auftraten. Als wir endlich zusteigen durften, musste alles ganz schnell gehen und es gab nur noch Plätze auf der Außenschwelle. Ein Stück aus der Bahn heraushängend ging es die steilen Straßen SFOs entlang bis zu Fisherman’s Wharf. Das war schon ein besonderes Erlebnis, wenn man manchmal nur knapp am Verkehr vorbeigefahren ist und eine andere Bahn entgegenkam.
Am Fisherman’s Wharf sind wir die Piers entlang gelaufen und haben auf Alcatraz und Downtown geschaut. Vor Pier 39 tummelten sich auf ein mal mehrere Robben auf einem kleinen Dock. Eine Robbe hatte es sich sogar auf dem Heck einer Yacht gemütlich gemacht. Am Pier haben wir dann ganz lecker frischen Fisch gegessen. Im Anschluss sind wir mit Bahn und Cable Car zurück zum Parkhaus gefahren und haben noch einen Zwischenstopp in China Town eingelegt. Das China Town in SFO ist ganz anders, als das in NY. Die Straßen sind behangen mit chinesischen Lampen und Zierbändern und überall gibt es Läden für die Touristen. Es entspricht genau dem Bild eines China Towns, wie man es im Fernsehen immer sieht. Bevor wir zurück zum Auto liefen, waren wir noch kurz Schuhe im „Sketchers“ kaufen. Hatten wir schon erwähnt, dass wir beide jeweils 50-70 € in den Sand gesetzt haben, in dem wir nach Montreal unsere Straßenschuhe vergammeln lassen haben?^^ Jedenfalls gab es für uns beide schicke, neue Treter guter Qualität, die jeweils nur 33 € gekostet haben.
Weil sich der Himmel inzwischen etwas aufgezogen hatte, beschlossen wir noch mal zur Golden Gate Bridge zu fahren und diesmal wurden wir belohnt. Wir überquerten die berühmte rote Hängebrücke einmal und konnten auf der anderen Seite von einer Insel aus auf Downtown blicken. Danach fuhren wir zu einer Mall, kamen dabei aber an einem Soldatenfriedhof vorbei. Dieser war riesig, gut gepflegt und besaß eine gewisse Schönheit mit seinen tausenden gleichmäßig gesetzten weißen Grabsteinen. Allerdings wird einem dort auch bewusst, wie viele junge Männer in Kriegen ihr Leben ließen. Nachdem wir uns anschließen davon überzeugt haben, dass es auch im Denny’s in SFO schmeckt, war der erste Tag vorbei.
Tag 2 in SFO sah schon mal viel fröhlicher aus, als der Vortag, weil kein Nebel zu sehen war. Wir starteten diesmal beim Rathaus, welches wie ein State Capitol aussieht, bloß etwas größer ist. Von Innen sieht es noch eindrucksvoller aus. Das Motiv scheint sehr beliebt zu sein, weil wir alleine in 30 Minuten mehrere Traupaare gesehen haben, die sich an ihrem besonderen Tag im Rathaus ablichten lassen wollten. Nach dem Rathaus sind wir zur Lombard Street am Russian Hill gefahren. An dieser Stelle schlängelt sich die Straße einen steilen Anstieg hinab und wird von wunderschönen Häusern und Blumen umrahmt. Anschließend sind wir zum Coit Tower gefahren, um das gute Wetter auszunutzen und über die Stadt zu schauen. Danach sind wir zu Pier 14, von wo aus wir auf die Bay Bridge und Downtown von der Küste aus schauen konnten. Am Ende des Piers standen zwei Angler, die mehrere Angeln im Wasser hatten. Kurz nach dem wir ankamen, zog der eine Angler auf einmal einen kleinen Katzenhai aus dem Wasser und legte ihn in aller Ruhe auf dem Pier ab. Der Hai wackelte mit der Flosse hin und her und blieb schließlich ruhig liegen. Trotzdem hielten wir Abstand von seinem Maul, was auch gut so war. Als der Angler eine Schnur an die Schwanzflosse band, um den Hai ins Wasser zu lassen und ihn frisch zu halten, bewegte der sich plötzlich wieder und versuchte zu beißen. Nach diesem kleinen Erlebnis sind wir essen gegangen, natürlich am Wasser und es gab wieder lecker fisch. Zwar stand kein Katzenhai auf der Karte, aber mein Schwertfisch hat auch sehr gut geschmeckt.
Danach schlenderten wir durch Castro, das Schwulenviertel, fuhren zum Alamopark, wo sehr schöne Holzhäuser stehen und man einen ganz berühmten Blick auf die Stadt hat und beendeten unsere Stadtbesichtigung auf den Twin Peaks. Nach den zwei Tagen haben wir viel von SFO gesehen und ich kann verstehen, warum viele sagen, SFO wäre die schönste Stadt der USA. Auf meiner persönlichen Rangliste liegt SFO trotzdem ganz knapp hinter Boston. Die nächsten Tage werden wir den ganzen Weg zurück nach Chicago reisen und außer State Capitols, einem Mormonentempel und Mt Rushmore nichts viel sehen. Morgen sind wir in Reno und verzocken das letzte verbrannte Geld.
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Veröffentlicht von B2 am September 17, 2011 um 6:45 pm
Wieso müssen wir uns eigentlich stundenlang Gesteinsformationen aus allen Perspektiven ansehen und von SFO gibt es nur gefühlte 3 Bilder???