All things go, all things go (Fazit von Kai)

33 Tage in den USA und Kanada – Zeit für ein Fazit

Nach einem Monat des Reisens und über 10.000 Kilometern auf den Straßen Nordamerikas ist es Zeit ein Fazit zu ziehen. Dieses zu schreiben, ist nicht leicht, da die Reise sehr straff organisiert war – es galt so viel wie möglich in einer sehr kurzen Zeitspanne zu besuchen. Ob dies die ideale Art und Weise für einen USA Trip ist, sei einmal dahingestellt. Zum Reisen braucht man zwei Dinge: Zeit und Geld. Beides tritt leider nur selten in Kombination auf. Ich wäre liebend gerne mehr als zwei Monate durch die USA gereist, um mir so viel wie möglich anzusehen und hätte dabei jeder Sehenswürdigkeit die verdiente Aufmerksamkeit zukommen lassen. Da ich aber weder über ausreichend Geld noch über unendlich viel Zeit verfüge, wurde der Trip so geplant wie er war. Ich sehe ihn als eine Ausgangsbasis für weitere USA Reisen an, da ich jetzt weiß, wo es mir gefällt und wo nicht. Im Folgenden versuche ich das Gesehene und Erlebte in 33 Punkten zusammenzufassen:

1) Die USA sind ein so großes und vielfältiges Land, dass man sie mit einer Reise nur oberflächlich erkunden kann.
2) Trotz der betonten Nähe, sind die USA und Europa sehr verschieden.
3) In den USA gibt es keine genuin amerikanische Esskultur – alles was schmeckt kommt von außerhalb.
4) Über das amerikanische Bier lege ich den Mantel des Schweigens ;)
5) Obwohl das Land über eine riesige kulturelle und natürliche Diversität verfügt, sieht es in großen Teilen erschreckend uniform aus: Hotels, Fastfoodketten, Vororte, Autobahnen und Hochhäuser sehen im Osten, Norden, in der Mitte und im Westen fast immer gleich aus. Trotzdem gibt es Unterschiede.
6) New York ist groß, aufgeregt, laut, warm und schmutzig. Chicago ist zwar auch groß, dafür aber unaufgeregter, gemütlicher und sogar grün.
7) Boston ist der einzige Platz in den USA an dem (auf unserer Reise) versucht wurde das Alte zu bewahren und Neues schonend einzubringen. In allen anderen Städten konnten wir leider keine alten Gebäude besichtigen.
8) Kanada ist nicht mit den USA zu vergleichen. Es ist ruhiger, moderner und weltoffener. Bekommt zusätzlich noch Bonuspunkte für seine Frankophonie ;)
9) Meine Top 5 Städte der Reise sind: Detroit, San Francisco, Quebec City, Ottawa und Chicago.
10) Habe ich schon erwähnt wie großartig ich Detroit finde?
11) Mit der Cable Car fährt man nur stehend auf dem Brett. Ansonsten lohnen sich die 6$ nicht ;)
12) Ich bin nicht in der Lage mein Lieblings-State-Capitol zu benennen, da ich keine großen Unterschiede feststellen konnte. Positiv anzumerken ist, dass jeder Bürger ohne Voranmeldung in die Parlamentssäle gehen durfte.
13) In manchen Bundesstaaten sind die „Landespolitiker“ keine Berufspolitiker, sondern üben einen richtigen Beruf aus. Das sollte für unsere deutschen Landesparlamente eigentlich auch eine Zugangsvoraussetzung sein.
14) Die USA bieten viele, verschiedene Naturschönheiten, mit denen teilweise sehr rücksichtslos umgegangen wird. Was sich nicht in einem Nationalpark befindet, wird nicht geschützt.
15) Im Acadia Nationalpark hat man einen fantastischen Blick auf Kreuzfahrtschiffe, die in der Bucht liegen und kann hervorragende Meeresfrüchte essen.
16) Der nordöstliche Atlantik eignet sich eher zum Eisbaden als zum entspannten schwimmen.
17) Der Pazifik bei San Francisco hat dagegen eine tödliche Brandung und erweist sich somit eher nicht als Urlaubsparadies.
18) In der Wüste regnet es durchschnittlich einmal pro Jahr – genau an dem Tag an dem wir dorthin kommen.
19) Im Death Valley ist es drückend heiß und beängstigend ruhig. Zum Glück hatten wir ein Auto mit genügend Benzin und Wasser dabei.
20) Die Steinbögen im Arches Nationalpark sind beeindruckend, leider der Verwitterung ausgesetzt und könnten bei unserem nächsten Besuch schon zusammengestürzt sein. Noch beeindruckender war mein Sonnenbrand, der die Farbe der Steine annahm.
21) Wir haben in keinem Nationalpark einen Bären gesehen. Damit bleibt ein Ziel für die nächste Reise.
22) Wo wir im Grand Canyon waren. Achtet auf den Titel des Videos. Unser Vater scheint auch nicht aufgepasst zu haben ;)
23) Wo wir im Zion Nationalpark beim nächsten Mal unbedingt hochlaufen müssen:
24) Kinderkarussells können auf 330 Meter Höhe für ein unglaubliches Magenkribbeln sorgen.
25) Das Casino gewinnt immer.
26) 400 Dollar trocknen nicht in der Mikrowelle – sie verkohlen nur!
27) 1.000 Kilometer kann man auch in Amerika an einem Tag fahren. Das wird nur dann nicht ermüdend, wenn der Sheriff für Unterhaltung sorgt :)
28) Wer schon immer mal mit dem Auto auf den Friedhof wollte (aber nicht im Leichenwagen), sollte einen Abstecher zum Grab Lincolns machen.
29) Die interessantesten Einblicke in das Leben der Städte und ihrer Bewohner gewinnt man durch Couchsurfer.
30) Kanadier regieren positiver und schneller als Amerikaner auf Couchanfragen.
31) Nach dem Regen müssen Schuhe getrocknet werden, bevor man sie in den Koffer steckt, ansonsten riechen sie wie ein französischer Weichkäse und sind somit ein Fall für die Tonne.
32) 2 von 4,5 Wochen mit Niels im Doppelbett sind mehr als genug für mein restliches Leben :)
33) Ich habe keine Minute dieses Trips bereut und würde ihn, wenn ich die Möglichkeit hätte und zum ersten Mal in die USA führe, genauso wiederholen. Es war anstrengend aber auch aufschlussreich, sensationell und schön. Danke!

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