Weil Kai sich lieber darauf beschränkt hat, kleine Verkehrsdelikte zu verpetzen, bin ich wieder an der Reihe zu bloggen. Seit Francisco ist nicht all zu viel passiert, weshalb ich die Tage zusammenfasse. Die meiste Zeit während der letzten Tage befanden wir uns im Auto, weil wir irgend wie die 3400 km bis nach Chicago überwinden mussten. Auf unserem Weg kamen wir bei mehreren State Capitols vorbei (Sacramento, Salt Lake City, Cheyenne, Des Moine), sahen den Mormonentempel, die Geschwindigkeitsstrecke auf dem Salt Lake (zumindest aus der Ferne) und passierten den Mississippi. Eigentlich war geplant, einen Abstecher bei den Präsidentenköpfen im Mount Rushmore einzulegen. Für diesen Abstecher hätten wir allerdings 11h reine Fahrzeit einplanen können. Das war uns dann doch zu viel und wir haben die Route kurzfristig geändert, so dass wir etwas eher in Chicago ankommen und einigermaßen erholt in den Flieger steigen können.
Wie Kai schon angedeutet hat, haben wir auch in Reno übernachtet. Reno liegt im Bundesstaat Nevada und unterhält sich hauptsächlich vom Glücksspiel. Im Prinzip sieht die Stadt aus wie Las Vegas, bloß kleiner, mit weniger Glitzer und nicht ganz so verschwenderisch. Das Hotel hatte eine eigene kleine Poolanlage, in der wir bei 30°C in der Sonne liegen und uns erholen konnten. Am Abend haben Kai und ich noch mal unser Glück im Casino probiert. Nachdem wir das verbrannte Geld nach einigen skeptischen Blicken erfolgreich getauscht haben („das Schwarzgeld gewaschen“) konnte es losgehen. Weil man den Automaten nicht trauen kann, setzten wir uns wieder an den Roulettetisch. Im Gegensatz zum Rio in Las Vegas lag hier der Mindesteinsatz bei 5$, was für uns arme Studenten sehr angenehm war. Nachdem ich anfangs mehrmals hintereinander den Einsatz mit schwarz verdoppeln konnte, begann ich wieder alles zu verlieren und kam schnell ins Minus. Kai hatte glaube ich nur verloren und den ganzen Abend Pech. Jedenfalls hab ich dann einfach 5$ auf ein 6er Feld Gesetzt, die richtige Zahl mit abgedeckt und 30 $ gewonnen. Eigentlich hätte ich aufhören müssen, aber ich habe noch paar Dollar verloren. Lustig waren auch unsere Mitspieler. Rechts von uns saß ein Paar. Der Mann hat zunächst 100$ eingezahlt und angefangen zu setzen. Danach wollte seine angetrunkene Begleiterin auch setzen und hat von ihm eigene 100$ erhalten. Wir hatten uns schon in Las Vegas gewundert, warum die Amerikaner immer nur auf Zahlen setzen und kaum auf die Farben. Die Dame rechts von mir meinte bloß zwischendurch, dass sie gar nicht weiß, was die Felder außerhalb der Zahlen bedeuten, setzte aber munter weiter ihre Chips. Auch nicht schlecht war ein junger Mann links von uns, der gleich 200$ auf Schwarz gesetzt hat. Dummerweise kam Rot, aber er hatte anscheinend noch Geld übrig. Nachdem wir beim Roulette bedient waren (ich sogar im positiven Sinne^^) gingen wir zum Würfeltisch. Ich habe mir die Regeln vom Croupier mit asiatischem Akzent erklären lassen, aber nichts verstanden. Deswegen haben wir uns aufs Zuschauen beschränkt und die Leute mit den vielen 100$ Scheinen beobachtet. Als wir davon genug hatten, ging es zum mathematisch fairsten Spiel – Black Jack. Dort saß ich mit zwei weiteren Herren und deren Kumpel der zwischendurch immer mal wieder mit eingestiegen ist. Die Stimmung am Tisch war gut, der Croupier hat nett geplaudert und ich habe insgesamt 20$ gewonnen. Der Croupier und die anderen Spieler haben mir auch in einigen Situationen Tipps gegeben, mit denen ich den Gewinn erhöhen konnte. Am Ende des Abends hatte ich 35$ gewonnen und Kai alles verloren.
Das wird zunächst erst mal der letzte Blogeintrag von mir sein. Kai und ich werden beide ein eigenes Fazit schreiben (in meinem wird stehen wie anstrengend es ist mit Kai zu reisen *SCHERZ*) und diese die nächsten Tage einstellen. Ich bedanke mich schon mal für das fleißige Lesen und hoffe ihr konntet einen Einblick von unseren Erlebnissen gewinnen.